Allein 56 große Casinos und 60.000 Glückspielautomaten in 2000 Spielhallen verteilen sich auf das Stadtgebiet. Rund um die Uhr geöffnet, ziehen sie den Moskauern das kleine und das große Geld aus den Taschen.
Eine besondere Kleiderordnung gibt es nicht. Es reicht, das nötige Kleingeld in der Tasche zu haben. Und die entsprechende Klientel muss man in Moskau nicht suchen, schließlich ist die russische Hauptstadt auch Europas Metropole mit dem höchsten Millionärs-Aufkommen.
Wenn es dunkel wird, verwandelt sich der Neue Arbat, die Regierungstraße zum Kreml und wichtigste Ausfallstraße in die Quartiere der Reichen und Mächtigen in eine glitzernde und funkelnde Meile des Glücksspiels. Hier reiht sich ein gigantischer Glückspieltempel an den nächsten: Das einem Ozeandampfer nachempfundene "Arbat" ist eines der größten Casinos der Stadt. Gleich nebenan werben Zockerhallen unter klangvollen Namen wie "Metelitsa", "Korona" oder "Mirasch" um die Spielwütigen, die ihr Glück beim Roulett, Black Jack, Poker oder einfach an den einarmigen Banditen suchen – aber selten finden.
Denn anders als im Westen ziehen die Spielautomaten und Glücksspiele bis zu 80 Prozent des eingesetzten Geldes ein – im Westen sollen es nach Experten maximal 5 Prozent sein. Nach unterschiedlichen Schätzungen sollen die Spielsalons in Moskau pro Jahr zwischen zwei und fünf Milliarden Dollar einnehmen.


